Georgie’s Famous Adventnachmittag
Ich kann mir ja bekanntlich Dinge am besten merken, wenn sie gerade erst passiert sind. Deshalb fange ich – völlig unpädagogisch – mit dem Schönsten an. Und das war ohne Zweifel die Einladung, gemeinsam mit dem Gospelchor St.Georg, der Hausband und den Kindern der Kita ein großesAdventssingen zu gestalten.
Ich sage euch: eine ganz schöne Herausforderung. Irgendwann – ich meine, es war im Oktober, gefühlt aber eher mitten im Hochsommer – tauchte Frank Harress, derAllrounder von St. Georg, plötzlich in unserer Chorprobeauf. Wortreich, charmant und absolut nicht zu überhören überbrachte er die Einladung. Wir waren begeistert. Ich sowieso. Ich liebe Auftritte. Da weißt du endlich, wofür du wochenlang Töne suchst, die sich konsequent verstecken.
Nun gut, wir hatten ja ohnehin schon einiges auf dem Zettel. Unsere eigenen Lieder, die wir alleine singen sollten hatten wir ganz gut drauf. Naja. Ich singe ja gern Risiko – heißt gern ohne Noten. Und dann bin ich auch noch fest davon überzeugt, ganz passabel Englisch zu singen. Dass ich allerdings einen schriftlichen Hinweis brauchte, wie man mit Abrahams Schoß korrekt umgeht, sei hier nicht verschwiegen.
Es heißt nämlich nicht: BASSEM of Abraham, sondern BUSEM of Abraham.
Gut. Habe ich jetzt auch verstanden.
Wichtig bei meiner – nennen wir es liebevoll – freien Interpretation der Lieder ist der Blickkontakt mit Bettina.
Und ihre stets sehr fein formulierten Hinweise wie: „Auch wenn ihr wenige seid, sollt ihr nicht brüllen, sondern schön singen!“
Ja. Ist angekommen. Wirklich. Der Blickkontakt funktioniert übrigens hervorragend. Ich weiß dann auch sofort, dass der eine oder andere Ton nicht so rauskam, wie er sollte. Sehr praktisch. Sehr ehrlich. Dann kam Frank – der Allrounder – mit dem Klassiker: „Wish You A Merry Christmas“ von John Rutter. Hmm. Wenn ich mich recht entsinne, versuchen wir uns seit Jahren an diesem Lied. Mit… sagen wir: mäßigem Erfolg. Nun wurde es ernst. Bettina schickte uns für jede Stimme musikalische Unterstützung aufs Handy. Bei mir dauerte es einen Moment, bis ich überhaupt begriff, wo meine Stimme eigentlich gefragt war. Aber irgendwann kam auch das bei mir an. Spätestens als zusätzlich den ganzen Tag die You Tube-Version von Rutters Arrangement bei mir in Dauerschleife dudelte. Dann kam der Sonntag. Wir auch. Zwar erheblich dezimiert durch Krankheitsfälle, aber hochmotiviert. Das besagte Lied sollten wir ja gemeinsam mit dem Gospelchor und der Band singen.
Und was soll ich sagen: Es hat geklappt.
Nach meinem Empfinden jedenfalls. Und – nicht unwichtig – der Blickkontakt mit Bettina hinterließ bei mir ebenfalls einen sehr positiven Eindruck. Ich habe diesen Nachmittag einfach nur genossen. Er wirkte sogar nachts noch nach. Ich wachte immer wieder auf – mit einem Ohrwurm der Lieder dieses Adventnachmittags. Und genau deshalb bleibt er für mich: Georgie’s Famous Adventnachmittag. 🎄🎶


Hinterlasse einen Kommentar