Wenn Bürgerverein und Chor sich suchen … und (endlich) finden

Manche Beziehungen sind wie Sonne und Mond: Beide wissen, dass es den anderen gibt – aber irgendwie klappt es mit dem Treffen einfach nicht. So ähnlich verlief bislang die Annäherung zwischen dem Borgfelder Bürgerverein und unserer Chorgemeinschaft.

Erster Versuch – Sommer 2025

Eigentlich war alles klar: Beim traditionellen Bürgerverein-Grillen sollten wir singen. Die Noten lagen bereit, die Vorfreude war groß … doch dann kam der Endgegner jedes Vereinslebens: Urlaubszeit.

— Wir hatten schlicht zu wenig Stimmen.

Aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben.

Zweiter Versuch – Januar 2026

Neuer Anlauf, neuer Mut: Beim Neujahrsempfang des Bürgervereins im Dorfkrug wollten wir endlich musikalisch zusammenfinden. Diesmal waren wir bereit. Leider war der Dorfkrug ebenfalls bereit – nämlich randvoll mit Gästen.

Ergebnis: kein Platz für Chor, wohl aber für gute Vorsätze.

Dritter Versuch – Ende Februar 2026

Aller guten Dinge sind drei! Zur Jahreshauptversammlung des Bürgervereins durften wir den musikalischen Abschluss in der Ernst-Klüver-Halle gestalten. Platzprobleme? Diesmal nicht.

Unser Konzertsaal befand sich exklusiv oben auf dem Luftgewehrstand – akustisch spannend, atmosphärisch einzigartig.

Alle Sängerinnen und Sänger waren pünktlich.

Die Teilnehmenden der Jahreshauptversammlung ebenfalls.

Beide Gruppen legten gleichzeitig los:

unten die Bürgervereins-Sprecherinnen mit tatkräftiger Unterstützung der Lautsprecheranlage, oben wir mit voller Chorkraft.

Die Durchsagen waren allerdings so gut zu hören, dass sie sich kaum übersingen ließen. Erst dank Hildegards beherztem Einsatz fand sich ein technisch versiertes Bürgervereinsmitglied, das den akustischen Wettbewerb friedlich beendete. Danach gehörte die Bühne – beziehungsweise der Luftgewehrstand – ganz uns.

Mit unseren Liedern „Rock My Soul“, „Do wat du wult“, „On Rising Wind“, „Evening Rise“, „Oh wie wohl ist mir am Abend“ und „This Little Light of Mine“ trafen wir offenbar genau den richtigen Ton – das Publikum zeigte sich begeistert.

Und noch eine kleine Beobachtung am Rande:

Beim Kanon „Oh wie wohl ist mir am Abend“ waren zwischen unseren „Ding-Dong“ ganz eindeutig die Borgfelder Kirchenglocken zu hören. Zufall? Oder endlich das kosmische Zusammentreffen von Sonne und Mond?

Eines steht fest:

Der dritte Anlauf hat bewiesen – Bürgerverein und Chor können doch zusammenfinden. Manchmal braucht es eben nur Geduld, Humor … und einen Luftgewehrstand mit guter Akustik.